Nichts als die Wahrheit

2. Oktober 2010

Sony Ericsson Xperia X10 Update – Ein Trauerspiel

Filed under: Android, Kritik, linux, Open Source, windows — Argeleb @ 13:14

Es ist ein Trauerspiel! Zunächst möchte ich vorweg schicken, dass das Sony Ericsson Xperia X10 eigentlich ein hervorragendes Smartphone ist, und dass ich damit sehr zufrieden bin. Allerdings bin ich nicht unbedingt das Maß aller Dinge, wenn es um Mobiltelefone geht, denn ich brauche im Grunde genommen gar keines. Andere, die mehr mit ihrem Smartphone machen, als es im Wohnzimmer herumliegen zu lassen, hätten gerne aktuelle Software auf ihrem Gerät.

Sony Ericsson wurde in letzter Zeit zu Recht dafür kritisiert, dass sie ein brandneues Gerät (erschienen Anfang 2010), mit einer „veralteten“ Software ausliefern (Android 1.6). Sony Ericsson wird jedoch nicht müde zu betonen, dass ein Update auf die Version 2.1 demnächst veröffentlicht werden soll. Das ist insofern lustig, weil schon seit geraumer zeit, Android 2.2 aktuell ist. Damit warten die Anwender des X10 also auf ein Update auf eine heute bereits veraltete Software. Aber als wäre das nicht schon schlimm genug, verzögert sich dieses „Update“ auch noch. Zunächst war als Termin der September 2010 vorgesehen, aber selbst dieser verspätete Termin wurde wieder verschoben.

Man spekuliert mittlerweile, dass, wenn das Update endlich erscheint, bereits Android 3.0 aktuell sein wird. Es wird also spannend sein zu sehen, was zuerst kommt, Android 2.1 auf dem X10 oder Android 3.0.

Aber damit ist das Trauerspiel um Sony Ericsson leider noch nicht zu Ende. Wie gesagt, mache ich nicht viel mit meinem X10, daher kann ich die veraltete Software durchaus verschmerzen. Wenn jedoch das Update dann mal kommen sollte, dann werde ich es natürlich auf meinem Telefon installieren. Daher habe ich mich auf den Seiten von Sony Ericsson schon mal umgesehen, wie man dieses Update denn installieren wird.

Es gibt dafür den sogenannten Update-Service. Eine Software, mit deren Hilfe man die Software auf dem X10 aktualisieren kann. Mal abgesehen davon, dass es eine Frechheit ist, Microsoft Windows für ein Update eines Telefons vorauszusetzen, dass unter Linux läuft, ist es von den Software-Entwicklern von Sony Ericsson auch noch unheimlich dumm!

Ich habe die Software heruntergeladen, in der Hoffnung, dass es möglich ist, sie mit Wine zum Laufen zu bringen. Die Installation verlief problemlos und die Software lies sich auch starten, aber die Bedienung war mehr oder weniger nicht möglich, was mein Vertrauen in diese Software so sehr erschüttert hat, dass ich auf einen Einsatz mit meinem Handy verzichtet habe.

Verschobene Buttons in der Oberfläche

Verschobene Buttons in der Oberfläche

Während der Installation ist mir jedoch aufgefallen, dass auch ein JRE installiert wird. Moment! Eine Java Runtime Environment? Hm, dann müsste es sich bei dieser Software ja um eine Java Software handeln. Und Java Software sollte doch prinzipiell platformunabhängig sein.

Meine Hoffnung war also, dass das Windows-Program nur ein EXE-Wrapper für eine Java Software sei und durch die Verwendung der Linux-Version von Java die Software besser funktionieren könnte. Daraufhin habe ich das Installations-Verzeichnis näher untersucht und musste zu meinem Erstaunen feststellen, dass es sich bei dem Programm um eine Eclipse RCP-Anwendung handelt. Als Eclipse Software-Entwickler, der mit RCP einiges an Erfahrung hat, weiß ich, dass Eclipse RCP-Anwendungen auf den Plattformen Windows, Linux und MacOS und den Architekturen x86, x86_64 laufen. Und das schöne ist, dass man dafür nicht einmal besonders viel Aufwand betreiben muss. Man benötigt lediglich das RCP-Delta-Pack und einen PDE-Build (ich empfehle den Entwicklern von Sony Ericsson mal diesen Link als Einstieg zum Thema Build einer Eclipse RCP Anwendung)

Man könnte jetzt natürlich einwenden, dass die Kommunikation mit dem Gerät über die USB Schnittstelle zu plattformspezifisch ist, und daher keine Version für Linux und MacOS zu Verfügung gestellt werden kann. Aber das dürfte kein nennenswertes Problem sein, da  Sony Ericsson für die Kommunikation scheinbar die Bibliotheken von SerialIO verwendet (im Plugins-Verzeichnis befinden sich folgende Dateien:  com.serialio_2.10.9.13.jar und com.serialio.win32.x86_2.10.2.0.jar). In meiner Arbeit verwenden wir ebenfalls die Bibliotheken dieses Herstellers und daher weiß ich, dass es von denen ein Multiplattform-Paket gibt (für alle oben genannten Plattformen und noch viel mehr).

Fazit

Es sollte doch für ein Unternehmen, wie Sony Ericsson, möglich sein, wenn sie schon Multi-Plattform Software wie Eclipse, Java und SerialIO einsetzen, dass sie auch ihre Software für Linux und MacOS anbieten. Auf der einen Seite gibt mir das natürlich Hoffnung, aber auf der anderen Seite bin ich auch maßlos enttäuscht von der Dummheit und/oder Ignoranz des Unternehmens. Schade!

12. September 2010

Sie wurden möglicherweise Opfer einer Softwarefälschung

Filed under: Microsoft, windows — Argeleb @ 16:09

Mit dieser Meldung wurde ich konfrontiert, als ich mich einmal wieder mit einer Windows 7 Installation beschäftigen musste. Eigentlich wurde ich ja nur gebeten, bei der Einrichtung des Mail-Clients zu helfen und ein paar vorhandene Spiele zu installieren.

Bei dem Rechner handelte es sich um ein knapp 4kg schweres Acer Notebook. Wir haben dann versucht, die Software zu aktivieren, was nach meiner Meinung die Ursache für diese Falschmeldung war. Leider ist die Aktivierung mittels Eingabe des kryptischen Aktivierungsschlüssels nicht gelungen. Vielleicht lag es daran, dass ich den Schlüssel falsch eingegeben oder falsch gelesen habe. All das ist denkbar, weil dieser Schlüssel auf der Rückseite des Geräts in einer Art und Weise geschrieben steht, dass ich mir beim Lesen immer vorkomme wie bei einem Sehtest beim Augenarzt:

Ist das ein O oder doch eine 0…, könnte aber auch ein Q sein

Bei all der Schlüssel Eingeberei und der CD-Installations-Orgien habe ich mich dauernd gefragt, warum Menschen sich das alles antun. Sind die Spiele und Anwendungen, die man nur für Windows bekommt, den ganzen Stress und Ärger wert? Auf dem Desktop des frisch installierten Rechners befanden sich natürlich allerhand „kostenlose“ Beigaben, wie z.B. McAffee Viren-Scanner, Norton-Irgendwas, Acer-Spiele-Dingsbums und eine 60-Tage Testversion von Microsoft Office.

An und für sich wäre das ja alles nicht so schlimm. Wem diese Gängelei und Nerverei nicht stört, der darf ja gerne mit Windows glücklich werden. Nur leider scheint es so zu sein, dass man mit jeder Windows-Installation einen IT-Profi mitliefern müsste, der den Anwendern dabei hilft, mit ihrer Neuerwerbung zurecht zu kommen.

Ich bin jetzt seit ca. 2 Jahren Windows-frei und vermisse den ganzen Kram nicht im Geringsten. Zum Glück kenne ich mich mit Windows 7 nicht mehr aus. Ich habe es auf keinem meiner Rechner installiert, daher kann ich, wenn ich um Hilfe gebeten werde, mit gutem Gewissen sagen:

Tut mir leid, ich kenne mich mit Windows 7 nicht aus, daher kann ich dir nicht helfen

12. September 2009

Ich musste lachen

Filed under: linux, windows — Argeleb @ 14:57

Herrlich, ich bin Microsoft sehr dankbar für Windows 7, denn wie wir ja alle wissen, verlängert Lachen das Leben.

Mir persönlich ist Windows 7 vollkommen egal, denn ich werde es niemals verwenden, aber es gibt Menschen, die es bereits installiert haben. Sie haben das gemacht, weil Vista wirklich so schlecht ist, dass man alle Bedenken über Bord wirft, wenn es darum geht ein neues Betriebssystem aufzuspielen.

Aus diesem Grund kam auch ich in den Genuss, das neueste Produkt aus dem Microsoft Labor zu begutachten. Also die einzige Neuerung in Windows 7 ist ja diese hochgepriesene Taskbar. Meine Güte, ich hab ja schon viel Software-Schrott gesehen, aber dieses Ding ist ja der absolute Oberhammer. Und weil das so ist, muss ich jedes mal laut lachen (kein Scherz, ich muss tatsächlich laut lachen), wenn einer meiner Kollegen auf ein Symbol in der Taskbar drückt, in der Hoffnung, es geht eine zweite Instanz des Programms auf. Nein, tut es nicht, weil der Schnellstartbutton nach dem ersten Start das bereits laufende Programm anzeigt.

Verknüpfungen kann man auch nicht mehr so einfach in eine Schnellstartleiste ziehen. Zumindest sind unsere Versuche oft aus unerfindlichen Gründen gescheitert. Einen schönen Effekt kann man dann auch beobachten, wenn man es geschafft hat, eine Verknüpfung zu erstellen. Startet man ein Programm, dann verschieben sich die anderen Schalter irgendwie, und so findet man seine Schnellstartbuttons jedes mal wo anders. Ein herrliches Suchspiel. Und einige Verknüpfungen bekommt man dann gar nicht mehr los.

This is technology. Was für ein Unfug.

Ja, ja, mag sein, dass man das alles hinkriegt und so weiter und so fort. Aber das Muster ist ähnlich wie bei den Ribbons (auch bei dieser Software-Perle muss ich oft lachen), da werden Menschen jahrzehntelang auf ein bestimmtes Verhalten trainiert, und dann wirft man dieses von heute auf morgen über den Haufen.

Aber ich bin unfair. Ich bin nun mal seit geraumer Zeit KDE 4 gewohnt, und da kann ich eben machen was ich will, und alles funktioniert auch so, wie ich es erwarte.

2. Mai 2009

Linus Torvalds steigt auf Windows 7 um

Filed under: Satire, windows — Argeleb @ 13:05

Wir schreiben den 21. Oktober 2009. Windows 7 wurde rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft fertiggestellt.

Mittlerweile ist sich die Fachwelt einig darüber, dass Windows 7 das beste Betriebssystem aller Zeiten ist. Nicht nur das, einige sind gar der Ansicht, dass es die beste Software aller Zeiten ist.

Zu Recht! Vereinzelt mag es zwar noch Zweifler geben, aber die Umstiegswelle, die sich bereits am ersten Verkaufstag gezeigt hat ist phänomenal. Kein geringerer als Linus Torvalds hat bekannt gegeben, dass er alle seine privaten Rechner auf Windows 7 migriert habe. Selbst seinen Arbeitsplatzrechner habe er umgestellt, lässt dort aber noch einen VirtualPC laufen, um dort seine Arbeit am Linux-Kernel fortzusetzen.
Gefragt, warum er denn dann immer noch am Kernel arbeiten wolle, antwortete Torvalds: „Es gibt eine Menge Dinge in den Kernel zu integrieren, die es den Anwender leichter machen wird, auf Windows 7 umzustellen. Wir (alle Kernelentwickler haben dem zugestimmt) werden den Startbildchirm so gestalten, dass dort ein Download Link für ein Upgrade des Rechners auf Windows 7 erscheint.“

Auch Apple Chef Steve Jobs ist begeistert von Windows 7. Anfang des Jahres kamen ja einige Gerüchte zu seinem Gesundheitszustand auf.
Darauf angesprochen, lüftete Steve Jobs eines der bestgehütetsten Geheimnisse: „Wow, wir mussten uns was einfallen lassen, wie ich ungestört am dem Projekt arbeiten konnte. Wir wollten zu diesem frühen Zeitpunkt die Apple Community nicht verunsichern, daher erschien es mir und dem Board am sinnvollsten, meinen Gesundheitszustand vorzuschieben. Und sie (lacht) haben das geglaubt. Naja, in der Zeit habe ich intensiv mit Steve (Balmer, Anm.d.Red.) zusammengearbeitet. Wir hatten ja bereits einige Erfahrung gesammelt, als wir damals von PowerPC auf Intel Prozessoren umgestiegen sind. Diese Arbeiten waren sehr hilfreich beim Umstieg von MacOS X auf Windows 7.“

Für IBM war die Entwicklung ein Desaster. Sam Palmisano äußerte sich zum Erfolg von Windows 7 so: „Wir bedauern sehr, dass wir unser PC Geschäft an Lenovo verkauft haben. Jetzt stehe ich vor der unangenehmen Aufgabe, unseren Aktionären zu erklären, wie wir damals so leichtfertig auf diese Einnahmequelle haben verzichten können. Aber das wird vergleichsweise einfach werden, viel schwieriger wird es werden, unseren Kunden zu erklären, warum wir sie massenhaft dazu gezwungen haben Linux auf ihren Servern zu installiern. Ich möchte mich in aller Form bei unseren Kunden entschuldigen, dass wir nicht erkannt haben, welch hohe Qualität Windows 7 hat, und dass Linux eine katastrophale Fehlentscheidung war. “

Auch Mark Shuttleworth ist begeistert von Windows 7: „Diese Jungs von Microsoft haben einen phantastischen Job gemacht.“
Die Mark Shuttleworth Foundation hat bereits damit begonnen, in Süd-Afrika Automaten aufzustellen, wo sich die Menschen ohne Internetzugang, DVDs mit der aktuellen Windows 7 Version brennen können. Angesprochen auf die hohen Lizenzkosten, meinte Shuttleworth nur: „Ach, jetzt wo ich kein Geld mehr mit Ubuntu verbrenne, ist das nicht so schlimm. Man muß Prioritäten setzen, schließlich geht es um die Menschen, und es wäre unmenschlich, ihnen den Zugang zu Windows 7 zu verwehren“

Wenige Tage nach der Veröffentlichung, stieg der Marktanteil von Windows 7 auf 92%, dicht gefolgt von Windows XP mit 8%

Die WHO geht davon aus, dass nach wenigen Wochen, Windows 7 seine positiven Effekte auf den allgemeinen Gesundheitszustand der Menschheit voll ausbreiten wird.

Im Weltsicherheitsrat findet zur Zeit eine Sitzung statt, in der erstmalig auch Steve Balmer teilnimmt. Alle Veto-Mächte sind der festen Überzeugung, dass dank Windows 7 niemand mehr zu einer Waffe greifen muss.

Danke Microsoft, danke für Windows 7, warum nur hat es so lange gedauert?

1. Mai 2009

Meine Rechner

Filed under: jaunty, karmic, linux, ubuntu, windows — Argeleb @ 13:07

Seit geraumer Zeit bin ich nun zuhause vollkommen frei von Windows. Und ich mag das wirklich sehr gern.
Seit ich alle meine Rechner auf Linux migriert habe, weiß ich erst, was ich all die Jahre in der „Knechtschaft“ vermisst habe. Ich habe den Spass an meinen Computern wiedergefunden.

Meine Computerlandschaft sieht wie folgt aus:

  • File- und Medienserver (openSUSE 10.3)
  • SAT Receiver (Dreambox DM 7020 und DM800)
  • Desktop-PC (Ubuntu 9.04 Jaunty Jackalope und openSUSE 11.1)

Meinen Desktop-PC hab ich vor mehr als einem Jahr gekauft, und ich habe ihn entsprechend ausgestattet, dass er eine zeitlang ausreichen sollte (Quad-Core CPU, 8GB RAM). Allerdings stelle ich mir die Frage, wofür ich so viel RAM brauche, denn die Speicherauslastung unter Linux geht selten über 2GB, selbst wenn ich umfangreiche Video-Bearbeitung mache.
Aber schaden kann soviel Speicher sicher nicht. Ich werde wohl demnächst eine RAM Disk einrichten.Link
Anfang des Jahres bin ich auf meinem Desktop von openSUSE auf Ubuntu umgestiegen. Ich habe dabei mit der Alpha 3 von Jaunty begonnen und ich war von Anfang an begeistert. Und heute, da Jaunty nun offiziell freigegeben ist, langweilt mich das System bereits, weil es einfach funktioniert 😉

Die Testphase von Jaunty hat mir sehr viel Spass gemacht, und ich hoffe ich konnte mit meinen Bugberichten im Launchpad auch ein bisschen zur Verbesserung des System beitragen. Deshalb habe ich auch beschlossen, die nächste Version von Ubuntu (Karmic Koala) zu testen.
Link
Dieses mal werde ich aber die Distibution nicht auf mein Live-System installieren, sondern vorerst nur in einer virtuellen Maschine. Zu diesem Zweck habe ich mir VirtualBox 2.2 installiert (nicht die OSE Variante, da ich den 3D Support haben wollte). Vorgestern hab ich in eine VM Jaunty installiert und die Paketquellen auf karmic umgestellt.

Jetzt kann ich wieder jeden Tag die Fortschritte der Ubuntu Entwickler verfolgen.

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