Nichts als die Wahrheit

26. Juli 2009

Nie mehr RTL, Pro7 und SAT1 dank HD+

Filed under: Uncategorized — Argeleb @ 12:34

Ich habe mir einiges an technischer Ausstattung zugelegt, um in den Genuss von hochauflösendem Fernsehen zu kommen. Ich habe das allerdings hauptsächlich wegen meiner PS3 gemacht, da ich die Schriften auf dem Bildschirm nicht vernünftig lesen konnte.
Und da ich nun einen FullHD-Fernseher hatte, wollte ich auch die aufkommenden HDTV-Sender sehen. Zu diesem Zweck habe ich mir die brandneue DM800 zugelegt.

Zum damaligen Zeitpunkt gab es jedoch nur sehr wenige Sender, die HD ausgestrahlt haben, unter anderem das ORF. Dumm nur, dass eben dieser Sender sich dazu entschlossen hat, seine Verschlüsselung zu ändern. Obwohl ich in einer Gegend wohne, in der ich ORF terrestrisch empfangen könnte, darf ich ORF nicht über Satellit empfangen.

Doch es ist Licht am Ende des Tunnels zu erblicken, denn ARD wird bereits in diesem Jahr in den Testbetrieb für hochauflösendes Fernsehen gehen. Ich persönlich kann zwar den großen Vorteil von HD noch nicht so recht erkennen, aber das mag auch daran liegen, dass ich mehr Wert auf inhaltliche, denn technische Qualität lege.

Und auch die Privaten springen jetzt auf den HD Zug auf. Naja, eigentlich war ja gerade Pro Sieben auf diesem Gebiet sogar Vorreiter. Sie hatten bereits einen HD Testbetrieb, als DVB-S2 sich noch nicht durchgesetzt hatte. Und sie haben das auch noch penetrant im Vorspann dieser Sendungen beworben. Mich hat dieser „Schärfer als die Realität“-Trailer damals immer furchtbar aufgeregt, weil sie die Sendungen im SD Fernsehen immer in 4:3 Letterbox-Format ausgestrahlt haben. Schlimmstes Briefmarken-Kino.

Jetzt schicken sich die Privaten an, ebenfalls ein HD Programm zu starten. Sie machen das in seltener Eintracht und in Zusammenarbeit mit dem Satellitenbetreiber ASTRA. Nur leider wird dieses Vorhaben scheitern, zumindest wünsche ich ihnen das. Nach dem Plan von RTL und ASTRA soll das neue HD+ Angebot grundverschlüsselt und kostenpflichtig sein. Das an sich wäre ja schon schlimm genug, aber sie packen noch ein bisschen DRM obendrauf und wollen Aufnahmen verhindern, oder zumindest das Herrausschneiden von Werbung.

Das ist doch eine Frechheit, oder etwa nicht? Da bekommt man ein Programm zugespielt, dass mit Werbung durchsetzt ist, und soll dafür auch noch zahlen? Ich habe kein Problem mit Werbung, schließlich müssen sich die Fernsehsender ja finanzieren, aber dieser Plan mit HD+ wird meiner Ansicht nach ein Schuss ins eigene Bein für die privaten Sendeanstalten.

Wenn sich dieses Angebot tatsächlich durchsetzen sollte, und ich bezweifle das, da ich glaube, dass das genauso scheitern wird, wie damals Entavio, dann bedeutet das für mich, dass ich RTL, Pro Sieben und Konsorten eben nicht in HD schauen kann. Und wenn sie irgendwann ihr digitales SD Programm einstellen, dann verlieren sie mich komplett als Zuschauer.

An alle Satelliten Empfänger: Boykottiert HD+

2. Juli 2009

Angst und Konsumterror

Filed under: Uncategorized — Argeleb @ 06:18

Wir müssen Angst haben, so zumindest wird es uns allen Tag für Tag in den Medien mitgeteilt. Angst vor Terroranschlägen, Angst vor Infektionskrankheiten, Angst vor Flugzeugabstürzen, Angst vor Phishing-Attacken. Angst, Angst, Angst.

Doch wie real sind denn all die Gefahren, vor denen wir permanent gewarnt werden, wie gefährlich ist unser Leben, dass wir dafür bereit sind unsere Grundrechte aufzugeben oder zumindest einschränken zu lassen?

Wir müssen Flüssigkeiten in Klarsichthüllen packen, wenn wir an einen anderen Ort fliegen möchten. Das ist Angst verpackt in Klarsichthüllen, sichtbar für jeden, der noch nicht von der großen Angstwelle erfasst ist.

Wer keine Angst hat, ist verdächtig. Nur wer Angst verbreitet, muss keine Angst haben. Wer von uns wurde denn bereits Zeuge eines Terroranschlags? Oder wer wurde sogar schon Opfer eines solchen? Wer kennt jemanden, der schon unter einer pandemischen Infektionskrankheit gelitten hat, oder wer war selbst daran erkrankt? Wer kennt ein Opfer eines Flugzeugabsturzes, oder wer hat einen solchen bereits erlebt oder überlebt? Wem wurde denn bereits sein gesamtes Geld vom Konto geraubt?

Wir haben uns heute bereits so sehr daran gewöhnt, am Flughafen durchsucht und durchleuchtet zu werden, dass es ganz selbstverständlich ist, dass Fliegen in vielerlei Hinsicht unvernünftig ist. Zum einen, weil das Flugzeug höchstwahrscheinlich abstürzen wird, und falls es das wie durch ein Wunder nicht macht, wird man doch sicher Opfer eines terroristischen Anschlags oder zumindest einer Entführung.

Warum nur müssen wir so viel Angst vor dem Fliegen haben? Welche Interessen stecken hinter einer solchen Angst-Kampagne? Sind es die Fluggesellschaften selbst, die diese Angst schüren, um damit immer höhere Investitionen in Sicherheitstechnik zu rechtfertigen, und damit einhergehend immer höhere Flugpreise?

Viren-Erkrankungen gibt es bereits seit jeher. Sie sind ein vollkommen normales Regulativ gegen Überbevölkerung. Seit es Menschen gibt, die sich in Ballungsräumen zusammenschließen, werden diese Opfer von Epidemien. Natürlich ist es legitim, gegen diese Epidemien vorzugehen, aber muss man deshalb die Menschheit in permanente Angst versetzen? Das Vorgehen der WHO gegen die Vogelgrippe oder die Schweinegrippe ist ein völlig normaler Vorgang, um möglichst effizient die Verbreitung solcher Krankheiten einzudämmen. Aber das mediale Ausschlachten dieser Arbeit zur Panik-mache ist verwerflich. Am Ende werden wir am Flughafen nicht mehr nur durchsucht und durchleuchtet, sondern gleich noch nach allen möglichen Infektionskrankheiten untersucht.

Täglich flattern bei unbedarften Anwendern E-Mails ins Haus, die ihnen suggerieren, ihre Rechner wären gefährdet. Sie installieren daraufhin Software, die sie vermeintlich vor den Gefahren, die im Internet lauern, schützen soll. Und wie eine selbst erfüllende Prophezeiung melden diese Programme dann, dass der Rechner bereits infiziert ist. Solche Programme haben den schönen Namen Scare-Ware, weil die mit der Angst arbeiten, dabei sollte man eigentlich vor solchen Programmen Angst haben.

Man kann heute auch nicht mehr einfach so durchs Internet streifen, denn an jeder Ecke könnte das Verbrechen lauern. Hinter jedem Link verbirgt sich möglicherweise eine Seite mit kriminellen Inhalten. Böse Seiten, die nur an die PIN und TANs der Bankverbindung herankommen wollen, oder es sind gleich Seiten mit kinderpornographischen Bildern, die den gesetzestreuen Bürger anfixen wollen, um ihm das Geld aus der Tasche zu ziehen, wenn er dann endlich diese Inhalte kauft. Seiten mit Bombenbauanleitungen und Killerspielen, die einen nur durch das bloße Betrachten zum Verbrecher machen. Man läuft durch jeden Mausklick Gefahr, auf die Fahndungslisten der Strafverfolgungsbehörden zu gelangen. Man ist Verbrecher, allein durch die Nutzung des Internets.

Der einzige Ort, an dem wir uns noch sicher fühlen können, ist unser eigenes Heim. Wenn wir nicht fliegen oder uns im Internet tummeln, nicht aus dem Haus gehen, dann kann uns nichts passieren. Wer nicht fliegt, kann nicht abstürzen. Wer keine Menschen trifft, kann nicht angesteckt werden. Wer nicht surft, kann nicht in die Fallen der Internet-Verbrecher tappen.
Es sind nicht die Menschen, die zählen. Es ist nur ihr Geld das wichtig ist. Wenn die Menschen nicht ihr Geld für allerhand Dinge ausgeben, dann sind sie für die Gesellschaft wertlos. Wir brauchen Wachstum, damit unser Finanzsystem funktioniert. Wachstum kann nur durch mehr Konsum erreicht werden. Doch wir haben doch schon alles. Was könnte man denn noch brauchen? Wir haben doch bereits mehr als wir tatsächlich benötigen. Die begrenzte Lebensdauer von Produkten reicht heute mittlerweile nicht mehr, um das Wachstum der Wirtschaft aufrecht zu erhalten. Es muss neuer Bedarf geschaffen werden. Die Menschen müssen Produkte kaufen, die ihr Leben sicherer machen. Klarsichthüllen für den Flug in den Urlaub. Tamiflu für die nächste Pandemie. Anti-Viren Software für den PC. Biometrische Ausweise zur Abwehr von Terror. Raucher-Entwöhnungs-Produkte, damit die Pharma-Industrie daran und an den Alterskrankheiten der Menschen verdienen können, die sonst viel zu früh verstorben wären.

In einer freien Marktwirtschaft würden sich solche Fehlentwicklungen von ganz alleine regulieren. Wenn ein Unternehmen Produkte anbietet, die keiner kauft, dann wird dieses Unternehmen vom Markt gefegt. Wenn ein Unternehmen Produkte zu überteuerten Preisen anbietet, dann wird diese Produkte niemand mehr kaufen und das Unternehmen wird pleite gehen. So sieht es zumindest in der Theorie aus, aber warum gibt es dann so viele Produkte, die eigentlich niemand braucht. Warum gibt es Anti-Viren-Software? Warum ist Tamiflu so erfolgreich? Und warum werden Klarsichthüllen produziert?

Der Grund ist Angst! Angst vor Terroranschlägen zwingt uns dazu, Klarsichthüllen zu kaufen oder den neuen biometrischen Ausweis zu bezahlen. Angst vor Millionenstrafen der Verwertungsindustrie zwingt uns dazu, Musik und Filme überteuert zu bezahlen. Angst vor sozialer Ausgrenzung zwingt uns dazu, das neueste iPhone oder die schickesten Klamotten zu kaufen. Angst vor Viren-Infektionen zwingt unsere Behörden dazu, Vorräte an Tamiflu anzuhäufen. Angst vor Übergriffen auf unsere Daten zwingt uns dazu Sicherheitssoftware zu kaufen. Angst vor einem veraltetem PC zwingt uns dazu neue Rechner und neue Software zu kaufen, obwohl der alte es noch lange gemacht hätte.

Diese Angst wird von den Regierungen verbreitet, die gemeinsame Sache mit der Wirtschaft macht. Diese Angst wird von den Medien verbreitet, die an der Besorgnis der Menschen verdient, weil sie Werbung für Produkte verkauft.

Wir sollten wieder öfter darüber nachdenken, was wir wirklich benötigen. Und wir sollten all denjenigen, die uns Angst machen wollen deutlich machen, dass wir keine Angst zu haben brauchen. Wir müssen nicht auf unsere Bürgerrechte verzichten, um in Sicherheit zu leben. Wir müssen den Leuten Angst machen, die uns Angst machen wollen. Wir haben keine Angst, aber sie sollten langsam Angst vor uns bekommen.

22. Juni 2009

Die Presse – was für ein Mist

Filed under: Uncategorized — Argeleb @ 18:28

Ich denke ja mittlerweile, dass es die klassischen Zeitung zunehmend schwerer haben werden. Ein Freund von mir hat mir berichtet, dass es in den USA fast gar keine gedruckten Zeitschriften mehr gäbe (naja, Schmierblätter gibts vermutlich immer noch, aber ernst zu nehmende Zeitschriften eben).

Das hat natürlich viele Gründe, einer davon dürfte sicher die Aktualität sein, gerade wenn es um Entwicklungen im technischen Umfeld geht (Software, etc.).

Nichts desto trotz bin ich ein Freund der Tageszeitung. Nicht das Lokalblatt, sowas interessiert mich schon seit Jahren nicht mehr. Nein, ich bin Leser der Financial Times Deutschland.

Ich war lange Jahre Abonnent des Handelsblattes, und ich habe diese Zeitung wahrhaft geliebt. Bis zu dem Tage, als sie sich dazu entschlossen haben, den Finanzteil in eine Beilage im Tabloid Format auszulagern.

Ich habe damals wirklich lange mit mir gerungen, aber dieses Format hat mir nicht gefallen.
Also habe ich das Handelsblatt abbestellt und stattdessen die FTD abonniert. Und jedes mal, wenn mich eine nette Dame anruft, um mir ein Abo schmackhaft zu machen, lehne ich ab, wenn die Finanzzeitung immer noch als Beilage daherkommt.

Bislang hat sich die FTD zurückgehalten, aber heute morgen hätte ich mich fast an meinem Kaffee verschluckt, als ich den Artikel „Freibeuter im Parlament“ lesen musste. Dort schreibt die FTD in etwa:

[…] Nun also die Piratenpartei. Ihr Anliegen: Sie will das Urheberrecht aushebeln und propagiert den Datenklau. Kostenlos Filme, Musik, Fotos und Bücher aus dem Netz herunterzuladen gehöre zu den Grundrechten, heißt es im Programm. In Schweden stimmten vor allem junge, technikaffine Männer für die Piraten.In deren Reihen soll sich nun ein Politiker tummeln, gegen den wegen Besitzes von Kinderpornografie ermittelt wird […]

Selten so einen Blödsinn gelesen. Ich hab dann nochmal kontrolliert, ob mir jemand vielleicht die BILD unter gejubelt hat.
In diesem Fall muss ich nicht mit mir ringen. Hier ist die Sache vollkommen klar. Das war’s FTD, Tschüss und auf nimmer Wiedersehen.

Ich kehre nun also reumütig zum Handlesblatt zurück, unter anderem auch deswegen, weil es dort Journalisten gibt, die sich mit einer Thematik beschäftigen, bevor sie darüber schreiben. An dieser Stelle geht mein Dank an Thomas Knüwer für seinen Blog

Aber wäre es vielleicht möglich, liebes Handelsblatt, die Finanzzeitung nicht mehr als Beilage auszuliefern? Bitte!

11. Juni 2009

Twitter – jetzt haben die mich auch

Filed under: Uncategorized — Argeleb @ 08:56

Eigentlich renne ich ja nicht jedem Trend hinterher. Ich habe immer noch kein Facebook oder MySpace Account. Daran wird sich auch nichts ändern. Aber ich bin jetzt auch bei Twitter

Schon komisch, aber irgendwie faszinierend.

19. Mai 2009

Bürgerreferat? Dass ich nicht lache

Filed under: Uncategorized — Argeleb @ 15:02

Es gibt da eine feine Einrichtung beim Bundesministerium für Finanzen. Man kann seine Fragen an die E-Mail Adresse buergerreferat@bmf.bund.de richten. Also habe ich folgende Frage an das Finanzministerium geschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren,
da ich den Finanzbehörden im Zuge meiner Steuererklärung viele personenbezogene Daten überlasse, stellt sich mir die Frage, ob gewährleistet ist, dass diese Daten nicht unbefugten Dritten zugänglich gemacht werden könnten. In welchem Maße wurde die verwendete Software darauf hin untersucht,dass darin keine Schnittstellen enthalten sind, die es besagten Dritten ermöglicht, Zugriff auf meine Daten zu erhalten?Ist es möglich, eine Aufstellung der verwendeten Software in den Finanzbehörden zu erhalten (Betriebssysteme, Kommunikations- und Produktivitätssoftware, etc.) und deren Quelltexte einzusehen?
Mit freundlichen Grüßen

Das war am 07.04.2009. Ich war damals tatsächlich so blauäugig zu glauben, ich würde eine Antwort erhalten. Zumindest hätte ich mir eine Standardantwort erhofft.

Aber es kam einfach überhaupt keine Reaktion. Nichts! Nada! Null!

Daraufhin habe ich mir erlaubt nochmal nach zu haken, und habe folgende Mail an das BMF geschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor geraumer Zeit hatte ich diese Anfrage gestellt, doch leider bis heute keine Reaktion erhalten. Darf ich daraus schließen, dass sie nicht darauf antworten wollen?

Mit (nicht mehr ganz so) freundlichen Grüßen

Diese Anfrage datiert vom 26.04.2009 und ich warte bis heute auf eine Antwort.
So sieht es also aus mit der „Bürgernähe“ unserer Ministerien. Traurig! Ich versuche es mal über diese Seite, vielleicht erhalte ich da eine Reaktion.

Herr Steinbrück, wenn Sie das hier lesen, möchte ich Sie wissen lassen, dass ich Ihrer Partei meine Stimme nicht geben kann, denn sie wird offenbar nicht gehört.

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