Nichts als die Wahrheit

15. September 2009

Die Piratenpartei wird benutzt

Filed under: Bundestagswahl, Piratenpartei — Argeleb @ 08:36

Die Piratenpartei ist sehr beliebt. Und sie wird von Tag zu Tag beliebter. In den meisten Fällen ist das eine feine Sache. Von dieser Beliebtheit wollen auch andere profitieren, deshalb wird die Partei gerne benutzt. Hier mal ein paar Beispiele, wie die Piraten von anderen benutzt werden:

Alle oben aufgeführten Beispiele stellen allerdings eine sogenannten Win-Win-Situation dar, denn beide Seiten dürften davon profitieren.

Es gibt jedoch auch Leute, die das positive Image der Piratenpartei benutzen wollen, um damit ihre eigenen Ziele zu verschleiern oder gesellschaftsfähig zu machen. Manchmal wird dabei die Politik- und Medienunerfahrenheit der Parteivertreter und -mitglieder ausgenutzt.So geschehen gestern, als ein Interview von Andreas Popp die Runde gemacht hat.

Der überwiegende Teil der Piraten war noch nie in einer Partei tätig, geschweige denn standen sie je im rauen Wind einer Bundestagswahl.

Aber die Piraten sollten deshalb noch lange nicht den Glauben an das Gute im Menschen voreilig über Bord werfen. Ja, es gibt böse Buben in der Politik (wer jetzt an Schäuble oder Mißfelder denkt, liegt damit gar nicht so falsch), doch die entlarven sich schnell.

Erstaunlich finde ich an der öffentlichen Diskussion solcher Vorfälle, wie schnell vermeintliche Anhänger die Flinte ins Korn werfen, und in den „Ab sofort unwählbar“-Kanon einstimmen. Man sollte meinen, dass gerade politisch interessierte Journalisten den Politikzirkus kennen. Wie kann dann ein prominenter Vertreter dieser Berufsgruppe so unreflektiert und aufgeregt reagieren?

Natürlich muss man jeden Schritt einer jungen Partei kritisch begleiten, eben weil die Gefahr besteht, dass sich die falschen Leute die Partei unter den Nagel reißen, allerdings sollte man dabei Augenmaß bewahren. Mittlerweile dürfte jedoch klar sein, dass sich die Mitglieder der Piratenpartei einig sind, dass sie mit den politische Extremen nichts am Hut haben.Wäre denn die Piratenpartei plötzlich unwählbar, wenn Frau Leyen oder Herr Schäuble  ihre Sympathie für die Ziele der Piratenpartei kundtun würden? Nein, natürlich nicht!

Extremisten neigen dazu ihre Gegner dadurch zu bekämpfen, dass sie sie umgarnen und versuchen sie auf ihre Spielfeldhälfte zu zerren. Diese Vorgehensweise ist der von Terroristen nicht unähnlich, die durch den Terror die Freiheit bekämpfen, weil die Staaten  Freiheit aufgeben, um kurzfristig Sicherheit zu erlangen. So geschehen in den USA und eben auch in Deutschland.

Also, der Käse ist gegessen, Lehrgeld wurde bezahlt. Und nun zurück zum eigentlichen Thema.

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9 Kommentare »

  1. full ack.

    Finde auch dass das Thema viel zu krass hochgekocht wird. Ich meine diese dolle „Zeitung“ wird nicht wie viele anderen Zeitungen (Bild zb) von Millionen gelesen. Da ist ein gutes Interview in einer kontroversen Zeitung jedenfalls besser als ein verdrehtes Interview in einer großen Zeitung.

    Ich verstehe auch diese ganze „Unwählbar“ Diskussion nicht. Die machen die Ziele der Partei an dem Fehler eines einzelnen fest. Wenn Sie das bei den „großen“ auch täten, dann gäbs die schon gar nicht mehr -.-

    Kommentar von Hypfvieh — 15. September 2009 @ 08:57

  2. Danke für deine Zeilen …
    Und nun zurück zum eigentlichen Thema!
    http://klarmachen-zum-aendern.de/

    Kommentar von teecee — 15. September 2009 @ 09:09

  3. Interview-Zitat (auch online verfügbar!)

    [quote]
    Mit wem würden Sie denn koalieren?

    Popp: Keinesfalls mit rechten Parteien.

    Wen meinen Sie genau? Auch die CDU?

    Popp: Nein, das was man so unter rechts versteht, Extremisten wie NPD oder DVU. Der CDU räume ich aus anderen Gründen wenige Chancen ein: Sie ist der Motor der Entwicklung hin zum Überwachungsstaat!
    [/quote]

    P.S. Kreuzberg ist für viele auch noGo, dennoch leben dort anständige Menschen!

    Kommentar von Torsten — 15. September 2009 @ 09:20

  4. […] Die Piratenpartei wird benutzt « Nichts als die Wahrheit a few seconds ago from api […]

    Pingback von Piratenpartei-News (piratennews) 's status on Tuesday, 15-Sep-09 07:44:44 UTC - Identi.ca — 15. September 2009 @ 09:44

  5. Ich hab die ganze Aufregung eh nicht verstanden. Da hat einer ein Interview in ner rechten Zeitung gegeben. Okay. Und weiter? Hat er Klischees bedient, sich in irgend einer Weise so geäußert, wie man sonst in einem solchen Blatt erwarten würde? Ich hab das Interview gelesen und muß sagen: Ich habe nichts dergleichen feststellen können!
    Wo ist also der Schaden? Ein paar Nazis kennen nun die Piraten und deren Ziele.Wahrscheinlich werden die jetzt den brauenen Sumpf deshalb nicht verlassen. Aber die Piraten werden dadurch auch nicht braun.
    Aber vielleicht ist ja irgendwer beim Verfassungsschtz, der die Zeitung lesen muß auf die Idee gekommen, daß die Piraten gar nicht so schlecht sind. Die tun ja, was auch sein Job ist: Verfassung schützen…
    Also vielelicht doch nicht ganz verschossenes Pulver…

    Kommentar von Bundesbedenkenträger — 15. September 2009 @ 12:17

    • Das sehe ich genauso. Viel Aufregung um nichts.

      Kommentar von ArgelebAndreas — 15. September 2009 @ 17:29

  6. Danke für die Zeilen.

    Ich wette nicht die Hälfte der jetzt „unwählbar“-Schreienden hat überhaupt das veröffentlichte Interview gelesen und verlässt sich auf die Darstellung in „Endstation rechts“ (zumindest ist dem als Quelle für mich zu oft verlinkt. Dass diese Quelle alles andere als objektiv geschrieben hat, die einfeutige oben zitierte Abgrenzung komplett außenvor lässt… viele der „unwählbar“-Schreienden haben sich instrumentalisieren lassen. Endstation rechts: Projekt der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten in der SPD sowie der SPD Sachsen

    Hallo? Nachdenken? Wahlkampf der SPD gegen die Piraten???

    Kommentar von Bada — 15. September 2009 @ 12:39

  7. […] der rechtslastigen Zeitung “Junge Freiheit” – wobei es sich hier um ein Missgeschick handelt, welches hochgekochtwird von denen, die eben einfach sehr gerne […]

    Pingback von WhatsYourPlace » Blog Archive » Piratenpartei kapert Innenministerium! — 16. September 2009 @ 00:27

  8. Das ist jetzt schon das zweite Mal, dass ich hier über eine Suche gelandet bin und einen sehr lesenswerten Artikel mit klugen Gedanken vorgefunden habe. Diejenigen, die jetzt auf Grund des JF-Interviews von Popp die Piraten plötzlich wieder für unwählbar halten, sollten auch besser wieder verschwinden aus dem Umfeld der Piraten. Wer eine offene politische Gesprächskultur will, sollte ruhig auch mal mit denen reden, die ständig tabuisiert werden und genau daraus ihre Nahrung ziehen. Nur durch offene Gespräche und Auseinandersetzung bekommt man den rechten Bodensatz auf Dauer los, aber ganz gewiss nicht durch die Verdammungskultur, die in Deutschland quer durch alle politischen Richtungen gepflegt wird.

    Kommentar von Stefan Münz — 16. September 2009 @ 07:28


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